pub skyscapper
Werden Sie Abonnent!
Weckeruhren

Weckeruhren

Von: Jean-Philippe Arm

In der Geschichte der Uhrmacherkunst und insbesondere der Armbanduhren kommt der Weck- bzw. Alarmfunktion als äusserst nützlicher Komplikation ein besonderer Stellenwert zu. Es gibt viele Gründe dafür – und ein paar Paradoxe. Taufrisch ist sie nicht mehr, wurde sie doch bereits im 15. Jahrhundert als erste Funktion Grossuhren hinzugefügt. Bei Taschenuhren konnte sie auch schon sehr früh glänzen. Diese erhielten ein Schlagwerk, noch bevor sie mit Zeigern ausgestattet wurden.
Ihre Interpretation im Format der Armbanduhr war alles andere als selbstverständlich. Ein gehöriges Mass an Findigkeit und technischer Kompetenz war dafür nötig, gepaart mit einem ausgeprägten Erfindungsgeist. Viele versuchten sich daran, nur wenige mit durchschlagendem Erfolg. Zwei Namen werden seit Beginn der 50er-Jahre für immer mit dieser Leistung in Verbindung gebracht: die «Cricket» von Vulcain und die «Memovox» von Jaeger-LeCoultre. Daran hat sich sechzig Jahre später nichts geändert. Auch wenn man den Kreis auf Marken ausweitet, die gelegentlich einen Beitrag geleistet haben, bleibt er in der Welt der Hersteller von Uhrenspezialitäten sehr klein.
Der Wecker- oder Alarmmechanismus ist ein kleines Wunder, das Zeitmessung mit Akustik verbindet. Er gehört der exklusiven Kategorie der Schlagwerkuhren an, ohne das Prestige der Minuten­repetition oder gar der grossen Schlag­werke zu besitzen. Seine Funktion ist etwas Besonderes. Es geht nicht darum, eine beliebige Stunde anzugeben oder jede einzelne zu schlagen, sondern diejenige zum Ausdruck zu bringen, die im Vorfeld gewählt wurde, um aus dem Schlaf gerissen zu werden oder um zu vermeiden, im Wachzustand fatalerweise einen entscheidenden Termin zu verpassen.

Gut besetzte Marktnische
Die Produktion der Wecker-Komplikation wurde durch das Auf­kommen der Quarzuhr in ihren Grundfesten erschüttert und gänzlich banalisiert. Ausser bei Liebhabern und Kennern entspricht ihr Ansehen in der breiten Öffentlichkeit bei Weitem nicht ihren Verdiensten, die weithin verkannt oder unterschätzt werden. Ihr Markt ist klein. «Er entspricht etwa 5 bis 10 Prozent des Marktes für Chronographen», schätzt Jérôme Lambert, CEO bei Jaeger-LeCoultre, und fügt lächelnd hinzu: «Und da wir diese Marktnische so ziemlich mit Beschlag belegen, sind nur wenige Marken bereit, in die Entwicklung neuer Mechanismen dieser Art zu investieren. Zumal diese nützliche Komplikation technisch auch gar nicht so einfach ist.»
Bernard Fleury ist derselben Meinung und freut sich, dass seine Marke auf einem freilich bescheideneren Niveau diese ebenfalls sehr starke und auf potenzielle Konkurrenten abschreckend wirkende Legitimität für sich in Anspruch nehmen kann. Er war es, der Vulcain zu Beginn der 2000er-Jahre buchstäblich aus dem Dornröschenschlaf weckte.

Zwei Meilensteine, zwei Stars
Wenn man diese Geschichte an nur zwei Daten festmachen wollte, wäre dies 1947 und 1956. Der erste Meilenstein ist der offizielle Launch des ersten Armbandweckers, der berühmten «Cricket». Der zweite ist der Launch der nicht minder berühmten ersten «Memovox» mit Automatikaufzug. Natürlich ist die historische Realität viel reichhaltiger.
Im Jahre 1947 geschah ein Durchbruch auf diesem ebenso umworbenen wie zur Verzweiflung treibenden Gebiet – man stand offenbar ungeduldig in den Startlöchern, um diesen Neustart nicht zu verpassen. Eterna hatte bereits 1908 ein Patent für eine Wecker-Kleinuhr angemeldet, die 1914 in Form einer Taschenuhr bei der Landessausstellung 1914 in Bern präsentiert wurde. Wie andere auch war sie mit einem Schutzgitter ausgestattet und wurde im Ersten Weltkrieg für die Handgelenke der Soldaten angeboten. Als Armbanduhr wurde sie eine Zeit lang produziert, ohne jemals einen wirklich durchbrechenden Erfolg zu verzeichnen oder viele Nacheiferer zu finden. Die aufgrund des kleineren Armbanduhrgehäuses geringe Lautstärke führte dazu, dass die Fabrikanten aufgaben oder nach anderen Lösungen suchten. Man erforschte die Möglichkeit, Tastuhren herzustellen, die zur gewünschten Zeit das Handgelenk zwickten, jedoch ohne grossen Erfolg.

Erstes bionisches Objekt
Bei Vulcain fertigte Rober Ditisheim schon Anfang der 1940er-Jahre einen Prototyp nach dem anderen, doch immer scheiterte er an dem elenden Akustikproblem. Die Tonfedern, die in Minutenrepetitionen wahre Wunder vollbrachten, waren für das geräuschdämp­fende Handgelenk nicht lautstark genug. Der kluge Rat eines französischen Wissenschaftlers, Paul Langevin, der ihn in seiner Werkstatt in La Chaux-de-Fonds besuchte, brachte ihn auf die richtige Spur: «Machen Sie es der Natur nach, Grillen sind nicht sehr gross und man kann sie gut hören…». So entstand das erste bionische Objekt als Ergebnis eines noch heute aktuellen Ansatzes: Regelmässig lassen sich «Erfinder» von der Natur inspirieren. Dank einer feinen Membran und eines doppelten Bodens gab die 1947 eingeführte «Cricket» ein lautstarkes Geräusch von sich. Die Wirkung war spektakulär und brachte die gesamte Zunft in Aufruhr.
Das Werk besass zwei Federhäuser, wovon eines für das Schlagwerk bestimmt war. Das System funktionierte mit Kerben am Auslöserad, die an der gewünschten Stunde positioniert wurden, und Spornen am Stundenrad, die zur gegebenen Zeit durch die Aktion einer Feder in die Kerben griffen. Diese Bewegung setzte den Hammer frei, der nur darauf gewartet hatte, um schlagen zu können, in diesem Fall auf einen an der Membrane befestigten Stift. Die Membrane sorgte dabei für die Dichtigkeit der Uhr, während der durchbrochene doppelte Boden den Klang verstärkte und nach aussen entweichen liess.

Man wird hellhörig
Robert Ditisheim hatte natürlich Patente beantragt, um seine Erfindung zu schützen. Dies geschah 1943 und 1944, in einer praktisch leeren Kategorie. 1947 konnte man dann bereits von einem Boom reden: Innerhalb von drei Jahren waren mehr als dreissig Patente zum Thema Armbanduhr mit akustischer Weckfunktion beantragt worden. Merkwürdig, oder? Der Rechts­weg wurde eingeschaltet. Vulcain verlor ein erstes Verfahren gegen das Haus Jaeger-LeCoultre, dem nichts vorgeworfen werden konnte, und gewann ein zweites gegen eine Gruppe von dreizehn Marken, die von dem Grillengesang so angetan waren, dass sie darüber die anständigen Gepflogen­heiten auf dem Gebiet des intellektuellen Eigentums vergessen hatten. Bald zählte man ein knappes Dutzend Kaliber, die von wenigen Uhrwerk­fabrikanten hergestellt und von vielen Marken eingesetzt wurden.
Die Komplikation war bis in die 1960er-Jahre Bestandteil ihrer Kollektionen, nicht zuletzt weil ihr neben der morgendlichen Weckfunktion in einer sich rasch wandelnden Welt eine weitere Aufgabe zukam, galt es doch, telefonische Termine, den Zug oder eine ablaufende Parkuhr nicht zu vergessen.
Ein Alarm als vokale Unterstützung des Gedächt­nisses? Genau darauf ist der Name des anderen Stars dieser Komplikation zurückzuführen: Gemeint ist die «Memovox». Die erste «Memovox», die in der Heritage Gallery in Le Sentier zu bewundern ist, stammt aus dem Jahre 1950 und beherbergt das Kaliber 489 mit Handaufzug. In dem ein Jahr zuvor angemeldeten Patent war die Rede von einem akustischen Armbandwecker und einem zweigeteilten Ziffer­blatt. Diese Besonderheit war ein originelles Markenzeichen, mit einer zentralen Scheibe und einem kleinen Dreieck für die Wahl der Weckzeit.
Tatsächlich war dies jedoch nicht der erste einschlägige Versuch von Jaeger-LeCoultre. Unter den unzähligen von der Firma entworfenen und entwickelten Kalibern erregte eines, aus dem Jahre 1928, bei unserem Besuch in Le Sentier unsere Aufmerksamkeit. Es war ein Weckerkaliber, mit der Matrikel 134. Merkwürdigerweise trug das Stück keine individuelle eingravierte Nummer, und auch in den Verzeichnissen waren nicht viele Spuren davon zu finden. War es ein Prototyp oder das Kontrollexemplar einer sehr limitierten Auflage? Offensichtlich war es kein Verkaufs­schlager. Kann dies der Vorgänger der «Memovox» gewesen sein? Im weitesten Sinne vielleicht, doch ohne genetischen Bezug, denn sie ist ganz anders aufgebaut. Ihr doppeltes Übersetzungsgetriebe erinnert heute eher an die «Duomètre», und die Tonfeder für die Minuten­repetition macht den Eindruck, dass ihr Klang, obgleich vermutlich angenehm, nur im wachen Zustand zu hören war.
Der Markt war einfach noch nicht reif für Arm­bandwecker. Deren «Goldenes Zeitalter» sollte erst zwanzig Jahre später, Ende der 1940er-Jahre, beginnen.

Doppelfunktion
Dieses Mal blieb der Erfolg nicht aus. Die in Basel vorgestellte «Memovox» wurde lobend zur Kenntnis genommen.
Das Werk setzte sich aus zwei getrennten Bereichen zusammen, mit zwei Kronen für Aufzug und Einstellung. Der eine galt der Anzeige der Uhrzeit und umfasste ein Federhaus, ein Räder­werk und eine Hemmung ; der zweite war der Weckfunktion gewidmet und besass ein separates Federhaus sowie ein Übersetzungsgetriebe mit einem Rad zum Abschluss, das dank eines Ankersystems die Bewegungen des Hammers steuerte. Jeder Schlag erfolgte auf einen an den Boden genieteten Stift, der das Gehäuse erklingen liess.
Jaeger-LeCoultre liess es dabei jedoch nicht bewenden und beeindruckte insbesondere 1956 mit einem Meisterstück, dem automatischen Wecker. Für die Herstellung dieses Kalibers musste noch einmal ganz von vorne angefangen werden. Schwungmassen auf Kugellagern waren damals noch nicht bekannt, dementsprechend befand sich in der Mittelachse ein Drehzapfen, der es unmöglich machte, den als Amboss dienenden Stift unterzubringen. Letzterer musste also versetzt werden, woraus folgte, dass die Schwung­masse Anschläge benötigte, weil sie keine vollständige Umdrehung ausführen konnte.
Das Kaliber 815 wurde für eine Taucheruhr eingesetzt, die «Deep Sea». Später kam ein Kalender hinzu. Das Kaliber 825 konnte sich dann im Sportbereich mit der «Polaris» einen Namen machen, bevor es zu Beginn der 1970er-Jahre durch das Kaliber 916 abgelöst wurde, das in den automatischen «Memovox» neuer Generation eingesetzt wurde und mit einer zentralen Schwung­masse sowie einer höheren Frequenz von 28.800 Halbschwingungen pro Stunde aufwarten konnte.
Anlässlich des 125-jährigen Jubiläums der Marke begrüsste 1958 eine «Memovox World Time» das Geophysikalische Jahr mit Zeitzonen auf der Ziffer­blattscheibe. Dann kam das Modell «Parking»­ ­heraus, und viele weitere folgten. Ob als klassische oder urbane Uhr oder als Modell für Extrems­portarten, die «Memovox» blieb gemeinsam mit der «Reverso» in allen ihren Ausführungen eine Ikone der Marke. So war denn auch die erste Komplikation, die Jaeger LeCoultre nach dem Quarzfiasko herausbrachte und das wahre Comeback der mechanischen Uhr einläutete, der «Grand Réveil Ouranos» im Jahre 1989, mit Weckfunktion und ewigem Kalender. «Daran erkennt man schon die wesentliche Rolle, die dieser Mechanismus bei der Marke spielt», betont Jérôme Lambert. «Er wurde weiterentwickelt, in vielen verschieden Gehäusen untergebracht und wird als ältestes Werk immer noch in der Kollektion geführt.» Drei oder vier Jahre lang war die Komplikation in ihrer klassischen Ausführung in der eigentlichen «Memovox»-Kollektion von der Bildfläche verschwunden, weil die Produktion dieser Uhrwerke eine Zeit lang vollständig in die Kollektionen «Compressor» und «Compressor Extreme» einfloss. Das war wohl der Preis des Ruhms.
Im Laufe der Jahre arbeiteten die Uhrmacher-Akustiker bei Jaeger-LeCoultre viel an der Verfeinerung des Wecktons. In den 1990er-Jahren verband man den Gong sogar mit dem Saphir­glasboden, und ab der «Compressor» wurde eine Stimmgabel als besondere Tonfeder eingesetzt.

Ohne Mitschläfer zu wecken
Jérôme Lambert erzählt gerne von seinen Bergerfahrungen, mit all den Leuten, die nacheinander noch vor Sonnen­aufgang die Hütte verlassen. Wie grässlich doch das Wecksignal des Mobiltelefons sei, das den gesamten Schlafsaal erschüttert. «Es ist eine Frage des Respekts. Der Weckton der Arm­banduhr reicht völlig aus, um selbst wach zu ­werden, ohne gleich alle Mitschläfer zu wecken. Innerhalb von 18 oder 20 Sekunden gleitet man sanft in einen ausreichend wachen Bewusstseinszustand. Und genau das ist das Ziel.» Ein Ziel, das mit jeder Version der «Memovox» erreicht werden muss. Er selbst trägt gerade mit der «Alarme Navy Seal» ein sportlich-technisches Modell. «Keine Probleme mit Temperaturen, Batterien oder Magnetfeldern, die Ausstattung ist genau wie das Werk bei allen “Memovox” stabil.» Marketing-Gerede? Ganz ehrlich, das sind objektive Fakten. Die robuste Bauart ist der «Memovox» angeboren. Von Anfang an dachte man in grossen Massstäben und Volumen, alle Elemente sollten stabil befestigt werden, um akustische Stör- und Scheppergeräusche zu vermeiden.
Die Verbindung von Wecker-Komplikation und Tauchsport mag den Laien erstaunen. Natürlich ist ein akustisches Signal zur Anzeige, dass es Zeit ist, an die Oberfläche zurückzukehren, ziemlich logisch. Aber ist die erforderliche Wasserdichtigkeit mit der Schallausbreitung vereinbar? De facto geht es darum, statt der Luft das Wasser schwingen zu lassen. Und dafür eignet sich der doppelte Boden mit seinen Öffnungen, durch die das Wasser zirkulieren kann, ja sehr gut. So kam es, dass die «Cricket» für diesen Bestimmungszweck gemacht zu sein schien und bereits Anfang der 1960-er Jahre in einer bis 300 m wasserdichten Nautical-Version mit dreifachem Boden angeboten wurde. Die «Memovox Deep Sea» war ihr zuvorgekommen, jedoch mit einer Wasser­dichtigkeit bis 100 m. Ihr folgte 1968 die «Polaris» mit 200 m, ebenfalls mit dreifachem Boden sowie einem drehbaren Höhenring.

Heiserkeit
Das Kopf-an-Kopf-Rennen der beiden Starwecker setzte sich fort, bis der eine heiser wurde und der andere abhob. Nach dem V120 aus dem Jahre 1947 war das Kaliber 401 mit Datum und kleiner Sekunde, aber nur einem Federhaus, das zweite historische Uhrwerk von Vulcain. Obwohl es preisgünstiger war, wurde ihm nicht der Verkaufs­erfolg seines Vorgängers zuteil. Seine kleine Schwester konnte sich allerdings anderweitig profilieren: Mit dem «Golden Voice», dem ersten Armbandwecker für Damen, schrumpfte der Durch­messer des Kalibers 406 von 28 mm auf 19 mm. Die «Criquet» sorgte auf einem unerwarteten Gebiet, nämlich der Kommunikation, erneut für Aufsehen, als sie lange vor dem Zeitalter der Produkt­platzierung und Markenbotschafter zur Uhr der amerikanischen Präsidenten wurde. Heute kann man sich kaum vorstellen, dass nicht die Marke selbst, sondern der Fotografenverband des Weissen Hauses dem Präsidenten Harry Truman eines Tages eine «Cricket» schenkte. Dieser wusste sie ganz offensichtlich zu schätzen. Dwight Eisenhower konnte sich als Zweiter über die zur Tradition werdende Geste freuen.
Doch Vulcain verschwand 1986 vom Zifferblatt der «Cricket». Die Marke gehörte zu einer kleinen Gruppe Fabrikanten, MSR oder Manufactures Suisses Réunies, welche die Uhr lieber über Revue Thommen vermarktete. Bei ihrem Comeback im Jahre 2002 erhielt sie den Schriftzug zurück. Seitens des Kundendienstes wird zum Glück kein Unterschied gemacht. Die Uhrmacher in Le Locle sind heute mit den neuen Kalibern der Marke vertraut und vertiefen sich respektvoll in die historischen Werke, die ihnen als Inspiration gedient haben, um ihnen neues Leben einzuhauchen.
Jedenfalls kann man wohl sagen, dass die «Memovox» in der Zwischenzeit ihr Revier verteidigt hat. Jaeger-LeCoultre hat sie regelmässig in die Kollektionen integriert und ihr damit ständig neue Rollen zugeschrieben, dank derer sie ihren Platz im Rampenlicht niemals verlassen hat. Wer hätte ihr da den Ausnahmestatus streitig machen können?

Die anderen
Von lebhafter Aktivität in den 1950er-Jahren war die Rede. Wie sieht es mit den übrigen Ausdrucksformen der Wecker-Komplikation aus? Offensichtlich wurden ganze zwei Bücher – in deutscher Sprache – dem Armbandwecker gewidmet, was an sich schon symptomatisch ist1. Beim Durchblättern mit Antoine Simonin2, der sie verlegt, fällt auf, dass viele Modelle von mehr als 450 Marken angeboten werden. So sind 550 der rund 800 erfassten Modelle mit AS-Werken der ehemaligen Manufaktur A. Schild in Granges ausgestattet. Mit grossem Abstand folgen Kaliber wie Venus, Baumgartner, Lemania und Langendorf. Eine Handvoll Marken produzierte ihr eigenes. Nebenbei bemerkt man, dass «Le Réveil du Tsar» von Breguet genauso wie der Armband­wecker Léman von Blancpain auf überarbeiteten Lemania-Omega-380-Kalibern beruht. Bei Omega taufte man den Armbandwecker einst «Memomatic».
Zum Schluss möchte ich von einer eigenen Erfahrung berichten. Seit ich vor gut zwölf Jahren auf einem Trödelmarkt unter freiem Himmel eine alte «Cricket» gefunden habe, trage ich sie gerne und benutze sie auf Reisen als Wecker. Ich muss zugeben, dass ich diesen wirkungsvollen, herben Grillenklang liebe. Einen anderen Klang mag ich auch sehr gern, nämlich den Gesang der Zikaden in Südfrankreich – und der hat mich noch nie daran gehindert, der Siesta zu frönen.

1 Leonhard Beitl, Alam am Arm,Wien 2009. Michael PhilipHorlbeck, Der Armbandwecker,Heel Verlag 2001
2 www.booksimonin.ch