

Im Winter lässt sich der Voyeurismus, der in uns allen schlummert, wunderbar befriedigen, denn mit Einbruch der Dunkelheit kommen alltägliche Aktivitäten ans Licht, die uns sonst entgehen. Eindrücklich ist das in Städten, wenn man in die Glaspaläste wie in einen Ameisenhaufen hineinsehen kann. Doch auch im Uhrmacherland dahinter warten Erleuchtungen. Nehmen Sie zum Beispiel die kleine Strasse von Fleurier nach Sainte-Croix. Am Eingang von Buttes erwartet Sie links ein langgestrecktes Gebäude, das nach und nach auf einem alten Fussballplatz erstellt wurde. Zu anderen Zeiten hätten Sie es vielleicht übersehen, doch jetzt springt die lange Glasfront, die zum Schaufenster geworden ist, mit ihrer Parade computergesteuerter Maschinen ins Auge, die auf Hochtouren laufen und von spezialisierten Technikern und Operateuren überwacht werden.
Anderswo hätte das nackte Licht auch den Stillstand verlassener Ateliers an den Tag bringen können, die andere Wirklichkeit eines Theaters ohne Schauspieler, eine industrielle Branche, wo der Schein trügt : Da dachte man doch, die Vorstellung sei ausverkauft, und dabei findet sie gar nicht statt…
Mit der Tagundnachtgleiche im Herbst bricht die Zeit der Preise, Lorbeeren und bekränzten Häupter an. Dieses Scheinwerferlicht ist manchmal erhellend, aber nicht immer. Nachdem ich vor bald zwanzig Jahren selbst zusammen mit einem grossen Verlag den ersten solchen Wettbewerb in der Schweiz lancierte und noch heute einigen internationalen Jurys angehöre, werde ich gewiss nicht über die Year’s Watches und anderen grossen Preise herziehen, die an allen Ecken der Welt auf eine Handvoll neue Uhren herabregnen. Da ist Hervorragendes ebenso wie Minderwertiges dabei. Objektivität ist zugegebenermassen schwierig, aber wenn es nur noch um Geschmäcker und Farben geht… So will ich immerhin eingestehen, dass ich nicht stets alle Preisverleihungen jeder erdenklichen Kategorie würdige und gelegentlich den Eindruck habe, einige davon seien auf die Bedürfnisse gewisser Kunden zugeschnitten worden.
Ein Palmarès hebt sich jedoch deutlich ab und lässt der Willkür keinen Raum. Das ist der Internationale Chronometriewettbewerb von Le Locle, der die Eigenschaften von Mechanismen und die Zuverlässigkeit der konkurrierenden Modelle ins nackte Licht der Tatsachen rückt. Diesem Wettbewerb ist auf unserer Homepage www.watch-around.com ein Dossier gewidmet. Das Verdikt dieser strengen Tests ist unmissverständlich. Sie sagen nicht alles aus, und auch wer auf die Technik setzt, kann mit dem emotionalen Wert punkten. Doch das eine schliesst das andere nicht aus. Und wenn beides zusammenkommt, so ist die Spitze erreicht.
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