Das Werkzeug, das in Watch Around 005 vorgestellt wurde, hat unsern Lesern eine harte Nuss zu knacken gegeben. Zugegeben, man hat uns geneckt und uns vorgehalten, unsere kleinen Rätsel seien ein wenig zu simpel, wir sollten sie spannender machen. Wirklich? Wir haben den Rat jedenfalls befolgt, und das Ergebnis ist da: Nur zwei Leser gaben die – fast – richtige Antwort, die wir akzeptiert haben. Sie lagen nicht weit daneben damit, dass das Werkzeug zur Bearbeitung der Impulsfläche der Palette oder des Ankerhebesteins dient – bloss dass der Uhrmacher sich die Impulsfläche gar nie vornimmt… Genaugenommen handelt es sich um ein Werkzeug, das dazu dient, die Palette oder den Ankerhebestein festzuklemmen, während die Länge des hinteren Teils angepasst wird.
Beim mysteriösen Objekt, das wir in Watch Around 004 zeigten, handelt es sich um eine gelochte Anlasspfanne zum Anlassen oder Bläuen von Schrauben. Mit dem Instrument lässt sich nichts anderes als Schrauben behandeln: die Schrauben unterschiedlicher Grösse passen genau in die verschieden grossen Löcher. Der Uhrmacher bewegt anschliessend das Instrument über einer Flamme, um die gewünschte blaue Farbe zu erhalten. Eine Anzahl von Lesern haben den generellen Terminus Anlassschaufel oder Anlassblech gewählt, der zwar dem selben Zweck dient, aber unterschiedliche Teile aufnehmen kann, die durch einen Rand am Herunterfallen gehindert werden. Das Ihnen zum Erraten präsentierte Objekt dient einzig und allein dem Bläuen von Schrauben. Einige unter den Lesern haben darin auch eine Pfanne zum Arrangieren von Ankern oder eine Platte zum Einkleben von Ankerpaletten zu erkennen geglaubt. Eine Ähnlichkeit ist gegeben, doch für diesen Zweck fehlen die Stifte zur Fixierung der Anker, tut uns Leid. Zugegeben, die Werkzeuge können auch für einen anderen Zweck umfunktioniert werden, doch das ist eine andere Geschichte.
Das mysteriöse Werkzeug, das in Watch Around 003 (S. 82) vorgestellt wurde, ist eine Arrondiermaschine. Sie diente dazu, das Profil der Zahnräder nachzubearbeiten. Die gezeigte Maschine stammt aus den 1920er Jahren und kam zum Einsatz nachdem die Zahnräder ausgefräst worden waren. Der Uhrmacher benutzte sie bei der Endmontage des Rohwerks, um die Zähne sorgfältig einzuschleifen und dadurch ein problem loses Ineinandergreifen der Räder zu gewährleisten. Heute wird diese Maschine noch bei Reparaturen verwendet.
Das mysteriöse Werkzeug, das in Watch Around 002 (S. 82) vorgestellt wurde, hat einen
langen Namen: „Spiral-Reguliermaschine“ Die Uhrmacher sagen „Reguliermaschine“.
Das Objekt wurde bei Frédéric Aeschlimann in La Chaux-de-Fonds aufgenommen,
einem alten Uhrmacher, der immer noch mit Begeisterung Pendulen instand setzt. Es
stammt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts.
Zu diesem Gegenstand und dessen Gebrauch ein paar Erläuterungen: Für die maschinelle
Regulierung muss die Spiralfeder flach und um die Rolle zentriert sein. Unruh und Spirale
werden danach auf der Reguliermaschine platziert und justiert. Die Arme der beiden
Unruhen werden übereinander positioniert und der obere Teil der Maschine gesenkt, bis
der untere Unruhzapfen leicht gegen die polierte Maschinenplatte drückt. Dann hält man
die beiden Unruhen an, stösst die Maschine an und prüft, ob die obere Unruh schneller
oder langsamer schwingt als die der Maschine. Schwingt sie schneller, muss man die
Feder verlängern, schwingt die Unruh langsamer, wird die Feder verkürzt.
Das mysteriöse
Werkzeug, das in Watch Around 001 (S. 114) vorgestellt wurde, hat einen Namen, der schlicht seine
Funktion beschreibt: Bohrständer.
Die Aufnahme dieses Werkzeugs, das von den Uhrmachern nicht mehr oft gebraucht wird, stammt
aus dem Atelier von Philippe Dufour in Le Solliat (Vallée de Joux). Inzwischen hat die
Feinstbohrmaschine den Bohrständer ersetzt.
Zu diesem Gegenstand und dessen Gebrauch ein paar Erläuterungen: Die drei Klammern fixieren
die Brücke oder die Platine auf der Arbeitsfläche. Das senkrechte Teil ist eine Bohrspindel,
deren beide Enden nacheinander zum Einsatz kommen. Sie dient dazu, das Loch zu zentrieren und
dann zu bohren. Nach der Zentrierung wird die Spindel gedreht. Ein Bohreinsatz auf einer Welle
mit Antriebsrad wird zwischen die Spindelspitze und das Werkstück platziert. Dann kann das Loch
mittels eines Bogens gebohrt werden.
